Der Keutenberg bei Valkenburg im niederländischen Limburg verdankt seinen legendären Ruf seiner konzentrierten Brutalität: kaum 700 m lang, aber mit einer Steigung, die bis auf 22 % ansteigt – womit er die steilste Mauer der Niederlande und eine der entscheidendsten Passagen des Amstel Gold Race ist.
Eine kurze Mauer von seltener Intensität
Von Schin op Geul aus steigt die Straße auf 700 m um 66 Höhenmeter an, im Schnitt 9,9 % – eine Zahl, die ein sehr unregelmäßiges Profil verschleiert: In der Schlussmauer schnellt die Steigung auf einer schmalen Fahrbahn, die kaum Erholung bietet, auf bis zu 22 % hoch. Seit den 1970er-Jahren fester Bestandteil der Strecke des Amstel Gold Race, hat der Keutenberg in den letzten Jahren wieder eine zentrale Rolle im Finale des Rennens eingenommen, direkt vor dem letzten Anstieg des Cauberg. 2023 startete Tadej Pogačar von seinen Hängen aus den Soloangriff, der ihm den Sieg brachte – ein Symbol seines Status als Zünglein an der Waage im Limburger Finale.
Wie man die Tour angeht
Eine Kassette mit großer Übersetzung, etwa 28 bis 30 Zähne, erlaubt es, die Schlussmauer gelassen anzugehen, ohne brutal in die Pedale treten zu müssen. Die Kürze des Anstiegs lädt dazu ein, schon vom Fuß an nahe an der Schwelle zu fahren, wobei ein ausreichender Gang in Reserve bleiben sollte, um auf den allerletzten, steilsten Metern nicht ins Stocken zu geraten.
Wann hinauffahren
Von März bis Oktober, wobei die Straße das ganze Jahr über befahrbar bleibt, winterliche Bedingungen aber den Belag auf dieser bereits anspruchsvollen Steigung rutschig machen können. Die Durchfahrt des Amstel Gold Race, meist Mitte April, zieht zahlreiche Radtouristen an, die den Keutenberg im Windschatten des Rennens erklimmen, oft kombiniert mit dem Cauberg und den anderen Hügeln des Heuvelland.
Gut zu wissen
Valkenburg aan de Geul, wenige Kilometer entfernt, bietet eine große Auswahl an Unterkünften, die auf Radsportgäste eingestellt sind, mit praktischem Zugang zu Maastricht und den weiteren Anstiegen des Limburger Heuvelland (Cauberg, Bemelerberg, Gulperberg), um eine vollständige Ausfahrt auf den Spuren des Amstel Gold Race zusammenzustellen.