Mit Spitzenwerten von über 22 % gilt der Kitzbüheler Horn als die steilste für den Verkehr geöffnete Passstraße Österreichs. Er überragt den berühmten Skiort Kitzbühel, weltbekannt für seine Hahnenkamm-Abfahrt — und die Parallele zum Skisport ist nicht zufällig: Diese Straße mit dem Rad zu erklimmen, verlangt eine Vorbereitung, die fast der für eine extreme Alpenmauer gleichkommt.
Das Profil ab Kitzbühel
Von der Stadt Kitzbühel bis zum Alpenhaus sind es rund 10,1 km bei 1.256 Höhenmetern, also im Schnitt 12,4 % über die gesamte Strecke — schon das eine beeindruckende Zahl für einen Anstieg dieser Länge. Doch es ist der Abschnitt zwischen der Goinger Alm (1.424 m) und der letzten der 18 Kehren, der sich einprägt: Auf etwas mehr als einem Kilometer steigt die Steigung von 16 % auf 22,3 %, ohne jedes flache Stück zum Verschnaufen. Die letzten 750 m fallen dann auf ein fast „erholsames“ Niveau von 12 % bis zum Alpenhaus zurück.
Wie man die Tour angeht
Ein sehr leichter Gang ist hier nicht verhandelbar: Eine 11-34-Kassette oder eine noch größere Übersetzung erlaubt es, in der zentralen Mauer eine vernünftige Trittfrequenz zu halten, wo viele Radfahrer gezwungen sind, im Zickzack zu fahren oder abzusteigen. Besser ist es, die Kräfte im weniger steilen ersten Teil zu schonen, um den Abschnitt an der Goinger Alm mit frischen Beinen anzugehen.
Die außerhalb der Touristensaison schmale und wenig befahrene Straße lässt in den steilsten Passagen wenig Raum für Fehler: Besser fährt man kurz und gleichmäßig im Wiegetritt, statt auf pure Kraft zu setzen.
Wann hinauffahren
Das ideale Zeitfenster reicht von Juni bis September, sobald der Schnee endgültig aus den Höhenlagen verschwunden ist. Im Sommer kommt es in der Region Kitzbühel häufig zu Nachmittagsgewittern: Ein früher Start bleibt die beste Option, um eine trockene Straße zu erwischen.
Gut zu wissen
Kitzbühel, ein berühmter Wintersportort, der sich im Sommer in eine Basis für Wandern und Radfahren verwandelt, verfügt über zahlreiche Verleihstationen und Werkstätten, die mit dieser Art von Anstieg vertraut sind. Der Gipfel bietet einen Panoramablick auf die Kitzbüheler Alpen und bei klarer Sicht bis zum Wilder-Kaiser-Massiv.

