Keine französische Verwaltungsregion vereint für sich allein das Beste des nationalen Gravel-Angebots: Das Kalksteinterrain, das die Qualität dieser Strecken ausmacht, überschreitet die Grenzen der Ardèche, der Drôme, des Vaucluse und des Gard bei weitem. Statt eine Rangliste nach offizieller Region zu erzwingen, gruppiert diese Auswahl die vier geografisch nächstgelegenen Gravel-Strecken im Südostviertel Frankreichs — alle in einem Umkreis von zwei Autostunden machbar.
1. Gorges de l’Ardèche, ab Vallon-Pont-d’Arc
Das Kalksteinplateau, das den Canyon überragt, bleibt die Referenz dieser Gruppe: etwa 65 km und 900 Höhenmeter zwischen Garrigue, Eichenwäldern und dem Aussichtspunkt des Pont d’Arc. Verpflegungsstellen werden außerhalb der Hauptdörfer schnell rar — besser mit einem großzügigen Wasservorrat aufbrechen.
2. Drôme provençale, ab Nyons
Weniger als eine Autostunde von der Ardèche entfernt bietet der nördlichste Olivenanbau Europas ein vergleichbares, aber ruhigeres Terrain: weniger touristischer Verkehr, von der Eygues gegrabene Schluchten, etwa 60 km zwischen jahrhundertealten Olivenhainen und Garrigue.
3. Luberon, ab Lourmarin
Das “postkartenhafteste” Format der Gruppe: auf Ockersteinfelsen thronende Dörfer, Trockenmauerterrassen und blühende Lavendelfelder von Ende Juni bis Anfang August. Die vollständige Runde liegt bei etwa 68 km, auf einem abwechslungsreichen Belag, der einen semi-slick-Reifen verlangt, um auf dem Plateau des Claparèdes effizient zu fahren.
4. Mont Aigoual, ab Meyrueis
Die anspruchsvollste der vier: 72 km und 1600 Höhenmeter zwischen forstwirtschaftlichen DFCI-Pisten und offenen Graten bis zum Gipfel des Aigoual, wo eines der niederschlagsreichsten Wetterobservatorien Frankreichs einen Panoramablick überragt, der bei klarem Wetter manchmal bis zu den Pyrenäen reicht. Für bereits erfahrene Gravel-Radfahrer.
Wie man den Aufenthalt gestaltet
Vallon-Pont-d’Arc, Nyons, Lourmarin und Meyrueis bilden ein eng zusammenliegendes Viereck, jeder Punkt weniger als zwei Autostunden von den drei anderen entfernt. Ein einwöchiger Aufenthalt erlaubt es, alle vier ohne endlose Transfers zu absolvieren, indem man die anspruchsvollsten Tage (Ardèche, Aigoual) mit den ruhigeren (Drôme, Luberon) abwechselt, um die Anstrengung zu verteilen.