Von L’Aquila aus bis ins Herz des Gran-Sasso-d’Italia-Massivs ansteigend, ist Campo Imperatore eine der längsten und exponiertesten Hochgebirgsankünfte, die der Giro d’Italia nutzt.
Ein gewaltiger Anstieg zu einem Hochplateau
Von L’Aquila aus, über Assergi und Fonte Cerreto, sind es 40,2 km bei 1.660 Höhenmetern, mit einer Durchschnittssteigung von 4,1 %. Die Straße bleibt über den Großteil ihrer Strecke recht gutmütig, bevor sich die letzten Kilometer auf rund 9 % aufsteilen, mit Rampen bis zu 13 %, und auf etwa 2.128 m auf dem weiten Plateau von Campo Imperatore enden.
Ein moderner Klassiker des Giro d’Italia
2018 gewinnt Simon Yates hier die 9. Etappe, während er das rosa Führungstrikot trägt, und behauptet sich gegen Thibaut Pinot und Esteban Chaves, um seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auszubauen — ein prägender Moment dieser Ausgabe, auf jenem Plateau, das wegen seiner kargen, unwirtlichen Landschaft „das kleine italienische Tibet“ genannt wird.
Wie man die Tour angeht
Angesichts der Distanz zählen Kräfte- und Ernährungsmanagement genauso viel wie die Beine eines Kletterers: Die härteste Anstrengung sollte man sich für die letzten, exponierten Kilometer aufsparen, wo Steigung und Höhe zusammenkommen.
Wann hinauffahren
Von Mai bis September: Das Plateau liegt hoch genug, dass Schnee und kalter Wind die obere Straße auch weit außerhalb des Sommers beeinträchtigen können.
Gut zu wissen
L’Aquila, regionale Hauptstadt und Startort, ist selbst einen eigenen Zwischenstopp wert, während das astronomische Observatorium von Campo Imperatore nahe dem Gipfel eine der höchstgelegenen Forschungsstationen Italiens markiert.
