Chamrousse genießt nicht den Bekanntheitsgrad von Alpe d’Huez oder dem Galibier, doch dieser Ferienort im Département Isère hat dennoch zwei bemerkenswerte Kapitel der Tour-de-France-Geschichte geschrieben, und sein Anstieg von Saint-Martin-d’Uriage aus bleibt einer der vollständigsten des Belledonne-Massivs.
Ein Pass außer Kategorie mit gefürchteter Unregelmäßigkeit
Von Saint-Martin-d’Uriage aus steigt die Straße auf 19,2 km um 1383 Höhenmeter an, im Schnitt 7,2 %. Das Profil ist alles andere als linear: Nach einem recht rollfreudigen Beginn durch den Wald bäumt sich die Steigung rund um Bachat-Bouloud deutlich auf, wo manche Passagen über fast einen Kilometer im Schnitt 15 % überschreiten, bevor sie sich zum Schlussplateau hin beruhigt. Diese Unregelmäßigkeit, kombiniert mit der Länge des Anstiegs, macht ihn zu einer anspruchsvollen Tour außer Kategorie, vergleichbar im Profil mit medial bekannteren Pässen.
Eine Geschichte, verbunden mit den großen Namen des Radsports
Am 18. Juli 2001 war Chamrousse Schauplatz des Bergzeitfahrens der Tour de France, gewonnen von Lance Armstrong, der dort seine Dominanz über das Rennen festigte. Der Ort wurde erst dreizehn Jahre später, am 18. Juli 2014, wieder von der Grande Boucle besucht, als Vincenzo Nibali sich dort im Alleingang bei der 13. Etappe durchsetzte, auf dem Weg zu seinem finalen Triumph in Paris.
Wie man die Tour angeht
Eine Kompakt- oder Dreifachkurbel wird dringend empfohlen, um die steilsten Rampen von Bachat-Bouloud zu bewältigen, ohne sich zu früh zu verausgaben. Die recht breite und gut asphaltierte Straße durchquert einen Tannenwald und mündet dann in Almwiesen mit freiem Blick auf die Belledonne-Kette und bei klarem Wetter in der Ferne auf das Vercors-Massiv.
Wann hinauffahren
Von Mai bis Oktober, da die Straße ab dem späten Frühling in der Regel schneefrei ist. Juni und September bleiben die angenehmsten Monate, mit moderatem Verkehr im Vergleich zu den großen benachbarten Alpenpässen, was es ermöglicht, den Anstieg voll auszukosten, ohne den Autoverkehr der Hochsaison im Sommer.
Gut zu wissen
Saint-Martin-d’Uriage und Grenoble, nur etwa zwanzig Kilometer entfernt, bieten eine breite Auswahl an Unterkünften und praktischen Zugang zu weiteren Klassikern des Massivs wie dem Col de Porte oder dem Col du Luitel, um einen Pässe-Aufenthalt rund um die Hauptstadt der Alpen zu verlängern.
