Der Kaiserstuhl, ein isoliertes vulkanisches Massiv am Rhein bei Freiburg, pflegt eines der wärmsten und trockensten Mikroklimata Deutschlands — eine geologische Ausnahme, die ihn zu einer der renommiertesten Weinregionen des Landes macht und zugleich zu einem ebenso zugänglichen wie ungewöhnlichen Gravel-Terrain.
Ein Terrain wie gemacht für Gravel
Das Massiv ist vollständig von Wegen aus festgefahrener Erde und Schotter durchzogen, die zwischen den terrassierten Parzellen hinauf und wieder hinunter zu den Winzerdörfern führen. Von Endingen am Kaiserstuhl aus ergibt eine komplette Runde um das Massiv rund 45 km bei 650 Höhenmetern — ein hügeliges, aber nie brutales Profil mit kurzen, wiederholten Anstiegen statt langer Auffahrten.
Der Kontrast zu den benachbarten Schwarzwaldgipfeln wie dem Schauinsland ist frappierend: Hier gibt es keinen dichten Wald und keine langen Rampen, sondern eine offene Hügellandschaft voller Reben mit Blick auf die Rheinebene und, bei klarem Wetter, auf die Vogesen jenseits der französischen Grenze.
So gestaltet ihr die Ausfahrt
Die insgesamt gut befahrbaren Wege sind mit einem Standard-Gravelbike mit Reifen von 38 bis 42 mm problemlos zu meistern. Einige steilere und steinigere Passagen, insbesondere rund um den Gipfel des Totenkopf, erfordern beim Auf- wie beim Abstieg etwas mehr Aufmerksamkeit. Im Sommer kann die Hitze hier deutlich stärker steigen als im übrigen Umland: eine größere Wasserreserve als sonst üblich einplanen.
Das Wegenetz lässt sich leicht an die gewünschte Distanz anpassen: Wer eine kürzere Ausfahrt sucht, kann sich auf eine Runde um ein einzelnes Winzerdorf beschränken, während trainiertere Fahrer die gesamte Umrundung des Massivs angehen.
Wann hinfahren
Die ideale Zeit liegt zwischen April und Oktober. Der Frühling mit der Blüte der Reben und Mandelbäume (der Kaiserstuhl ist eine der wenigen Regionen Deutschlands, in denen der Mandelbaum im Freien wächst) und der Herbst zur Zeit der Weinlese bieten die eindrucksvollsten Stimmungen.
Gut zu wissen
Endingen und die umliegenden Dörfer zählen zahlreiche Weingüter, die zur Verkostung offenstehen — eine Versuchung, die man sich am besten für das Ende der Ausfahrt aufhebt. Freiburg im Breisgau, eine halbe Autostunde entfernt, bleibt die beste Basis, um ein Gravelbike zu mieten und einen Aufenthalt in der Region zu organisieren.

