Die Vélodyssée ist der französische Teil der EuroVelo 1, eine fast 1200 km lange Strecke, die der Atlantikküste von Roscoff in der Bretagne bis Hendaye an der spanischen Grenze folgt. Anders als die Alpenpässe definiert nicht die Schwierigkeit diese Tour, sondern ihre Zugänglichkeit: nahezu kein Höhenunterschied, ein größtenteils vom Verkehr getrennter Weg und eine durchgehende Beschilderung, die sie zu einer der am einfachsten zu befahrenden Radstrecken Europas für eine Familie mit Kindern macht.
Kein Zwang, alles auf einmal zu machen
Der wahre Vorteil der Vélodyssée ist, dass man sie in Abschnitte von wenigen Tagen unterteilen kann, ohne sich jemals verpflichtet zu fühlen, die Strecke zu “beenden”. Ein ausgezeichneter Einstiegspunkt für ein erstes Familienerlebnis: der Abschnitt La Rochelle - Royan über Rochefort und die Île d’Oléron (per Fähre oder Brücke), etwa 90 km, machbar in 2 bis 3 Tagen in gemütlichem Tempo, mit kurzen Etappen von 25 bis 35 km pro Tag, die für kleine Kinder völlig ausreichen.
Weitere für Familien beliebte Abschnitte: die Durchquerung des Bassin d’Arcachon mit seinem nahezu vollständig getrennten Radweg, oder der Aufstieg entlang der Gironde-Mündung zwischen Royan und Bordeaux, gesäumt von Austerndörfern, an denen man leicht haltmachen kann.
Wie man die Tour mit Kindern angeht
Die goldene Regel bei dieser Art von Strecke ist nicht die Leistung, sondern der Rhythmus: besser großzügig planen und oft anhalten, als ein ambitioniertes Kilometerziel anzustreben. Für kleine Kinder, die noch nicht selbstständig über weite Strecken pedalieren, verändert ein Anhänger oder Kindersitz das Erlebnis komplett — die Vélodyssée ist gerade eine der wenigen großen Strecken, auf denen diese Art von Ausrüstung auf nahezu der gesamten Strecke perfekt geeignet ist.
Denken Sie auch an die Gepäcklogistik: Zahlreiche Fahrradverleiher entlang der Strecke bieten Satteltaschen und für manche einen Gepäcktransport von Etappe zu Etappe an, was das Erlebnis mit Kindern erheblich erleichtert.
Wann losfahren
Die ideale Zeit erstreckt sich von April bis Oktober, mit einem Besucherhöhepunkt (und maximaler Verfügbarkeit der Dienstleistungen) im Juli-August. Der Frühling und der frühe Herbst bieten oft bessere Bedingungen: weniger Menschen auf den städtischen Abschnitten, angenehmere Temperaturen zum Radfahren mit Kindern und eine wunderschöne Lichtstimmung über den Sümpfen und Mündungen.
Gut zu wissen
Einer der großen Vorteile der Vélodyssée ist die Dichte der durchquerten Städte und Dörfer, was es ermöglicht, auch bei später Buchung leicht eine Unterkunft in vertretbarer Fahrraddistanz zu finden. Viele Unterkünfte entlang der Strecke sind auf Radfahrer eingestellt und bieten einen sicheren Fahrradabstellplatz — ein Punkt, den man mit Familie vorrangig überprüfen sollte.