Kein Land vereint eine solche Dichte an unterschiedlichen Terrains fürs Radfahren wie Frankreich: die legendärsten Pässe der Tour de France, eines der größten MTB-Gebiete der Welt, kilometerlange Küsten-Traversen und ein Gravel-Terrain, das von Kalksteincanyons bis zu korsischem Maquis reicht. Diese Auswahl von zwölf Spots deckt bewusst diese Vielfalt ab, statt sich auf ein einziges Register zu konzentrieren.
1. Col du Tourmalet, Hautes-Pyrénées
Der meistbefahrene Pass in der Geschichte der Tour de France. Ab Luz-Saint-Sauveur, 19 km bei 7,4 % Durchschnittssteigung ohne einen Meter Flachstück zum Verschnaufen. Der Gipfel auf 2115 m bietet einen Blick auf den Pic du Midi, der die Anstrengung allein schon rechtfertigt.
2. Mont Ventoux, Vaucluse
Der “Riese der Provence”, dessen weiße Silhouette schon lange vor Beginn des Anstiegs sichtbar ist. Die Version ab Bédoin wechselt nach dem Chalet Reynard auf ein mineralisches Plateau, wo der Wind im Hochsommer mit über 90 km/h wehen kann.
3. La Vélodyssée, Atlantikküste
Über 1200 km durchgehender Radweg entlang der französischen Atlantikküste, von der Bretagne bis zur spanischen Grenze. Eine in Etappen befahrbare Traverse, mit dem Arcachon-Becken und der Île de Ré als besonders zugänglichen Höhepunkten.
4. Mountainbiken in Chamonix, Haute-Savoie
Die Gondelbahnen von Brévent und Flégère eröffnen Zugang zu Höhenpfaden, die das Mont-Blanc-Massiv balkonartig entlangführen, mit der Mer de Glace in fast durchgehender Sicht. Ein technisches Terrain, keine Einführung.
5. Portes du Soleil, Haute-Savoie
Zwölf verbundene französische und Schweizer Skiorte, eines der größten MTB-Gebiete der Welt, mit Morzine als praktischstem Einstiegspunkt auf französischer Seite.
6. Île de Ré mit der Familie, Charente-Maritime
Etwa hundert Kilometer vollständig vom Verkehr getrennte Radwege auf einer nahezu flachen Insel, mit Salzwiesen und Dörfern mit grünen Fensterläden als Kulisse.
7. Col du Galibier, Savoyen
Der Gipfelpunkt, der am regelmäßigsten von der Tour de France befahren wird. Ab Valloire, 18,1 km bei 6,9 % Durchschnittssteigung, mit einem Finale über 2400 m.
8. Gorges de l’Ardèche, ab Vallon-Pont-d’Arc
Das Kalksteinplateau, das den Canyon überragt, bleibt die Gravel-Referenz des Südostens: etwa 65 km und 900 Höhenmeter zwischen Garrigue, Eichenwäldern und dem Aussichtspunkt des Pont d’Arc.
9. La Loire à Vélo
Über 900 km entlang des letzten wilden Flusses Europas, von den Quellen bis zur Mündung, mit den Schlössern des Loiretals als durchgehendem Kulturerbe-Hintergrund.
10. Grand Colombier, Ain
Weniger bekannt als die savoyardischen Pässe, aber ebenso gefürchtet: Die Combe du Sires überschreitet lokal 20 %. Einer der härtesten Pässe Frankreichs.
11. Désert des Agriates, ab Saint-Florent
Das trockene Maquis der korsischen Nordküste, mit Stränden wie Saleccia, die nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind. Eine Tour, die man ernsthaft vorbereiten sollte.
12. Umrundung des Lac d’Annecy, Haute-Savoie
Der familiäre Gegenpol dieser Liste: flacher Radweg, vollständig vom Verkehr getrennt, mit ausgebauten Stränden zum Abwechseln von Radfahren und Baden.
Wie man diese Liste nutzt
Diese zwölf Spots sind über ganz Frankreich verteilt und nicht für eine Aneinanderreihung in einem einzigen Aufenthalt gedacht. Betrachten Sie sie eher als Ausgangspunkte, um einen Aufenthalt nach Register zu gestalten: Pässe in Savoyen und den Pyrenäen, MTB in Haute-Savoie, Gravel im Südosten oder auf Korsika, Familien-Traversen an der Atlantikküste oder der Loire.