An der Straße der Grande Corniche, die hoch über dem Mittelmeer zwischen Nizza und Monaco verläuft, beeindruckt der Col d’Èze nicht durch seine Zahlen: Es ist seine Geschichte, die ihn zu einer Referenz macht, die des Schlusszeitfahrens, das lange den Sieger von Paris-Nizza kürte.
Ein von Paris-Nizza geprägter Pass
Von 1969 bis 1995, mit einer Ausnahme im Jahr 1977, entschied sich die “Course au Soleil” auf diesem Gipfel bei einem am letzten Tag ausgetragenen Bergzeitfahren, eine Tradition, die Generationen von Champions triumphieren sah, bevor das Ziel aus Gründen des Andrangs und der Organisation auf die Promenade des Anglais in Nizza verlegt wurde. Das Format kehrte in den vergangenen Jahren mehrfach zurück, mit einem Streckenrekord, den Bradley Wiggins seit 2012 hält (19 Minuten und 12 Sekunden), bei jener Austragung, in der sich der Brite in der Gesamtwertung durchsetzte.
Das Profil von Nizza aus
Vom Zentrum von Nizza aus sind es rund 9,6 km bei 490 Höhenmetern, im Schnitt 4,7 %, die stellenweise bis auf 8,8 % ansteigen, ohne je wirklich schwierig zu werden. Die Straße folgt der Grande Corniche, die in den Fels am Hang geschlagen ist, mit Ausblicken, die sich immer wieder auf die Bucht von Nizza, das Cap Ferrat und bei klarem Wetter in der Ferne auf Korsika öffnen. Der Gipfel, auf 507 m Höhe, liegt zwischen dem hoch gelegenen Dorf Èze und La Turbie.
Wie man die Ausfahrt angeht
Die moderate und insgesamt gleichmäßige Steigung erlaubt eine Kräfteeinteilung im gleichmäßigen Tempo, ohne dass eine besonders kompakte Übersetzung nötig wäre. Genau diese Gleichmäßigkeit macht ihn zu einem beliebten Trainingstermin für Profifahrer mit Sitz in Nizza oder Monaco, oft kombiniert mit der Corniche und dem benachbarten Col de la Madone, um die Ausfahrt zu verlängern. Der Verkehr bleibt bei der Ausfahrt aus Nizza ein Punkt, auf den man achten sollte, bevor sich die Straße im oberen Teil der Corniche beruhigt.
Wann man ihn befahren sollte
Das mediterrane Klima erlaubt es, den Col d’Èze fast das ganze Jahr über zu befahren, auch im Winter bei schönem Wetter. März bis November bleibt die angenehmste Zeit, wobei man die starke Hitze des Hochsommers meiden sollte, die den Anstieg am frühen Nachmittag auf dieser recht sonnenexponierten Straße mühsamer macht.
Gut zu wissen
Nizza bietet alle Annehmlichkeiten einer Großstadt für einen Radurlaub: vielfältige Unterkünfte, Rennradverleiher und direkte Anreise per Flugzeug oder Bahn. Der Col d’Èze eignet sich gut für eine kurze Ausfahrt am Morgen, bevor man die Côte d’Azur genießt, oder für eine Kombination mit anderen Klassikern des Hinterlands von Nizza wie dem Col de la Madone oder dem Col de Turini.
